panorama-blog.com

Das Blog rund um die Panoramafotografie
Showcase • Hardware • Software • Photoshop • Lightroom

MK PanoRing

Leichtgewicht für Fischaugen

MK PanoringMK PanoringMK Panoring

Der MK PanoRing ergänzt als Neuzugang eine kleine Auswahl an Panoramaköpfen auf dem Markt, die speziell für den Einsatz von Fischaugen-Objektiven für sphärische Panoramen entwickelt wurden. Sie dienen in erster Linie dazu, mit einem einfachen Setup und möglichst wenig Aufnahmen bei maximaler Ausnutzung der Sensorfläche des Kamera-Chips ein Panorama von 360° x 180° aufzunehmen.

MK PanoringDa hier nur eine einzige horizontale Reihe von meist 3, 4 oder 6 Bildern aufgenommen werden muss, erübrigt sich eine Neigungsachse, was solche Lösungen leicht und mechanisch relativ einfach macht.

Nach dem RingT von Agnos, dem Atome von 360Precision und vor allem der am besten ausgebauten Serie der Lösungen von Nodal Ninja kommt nun mit dem MK PanoRing eine Innovation auf den Markt, die andere Wege geht, vor allem beim Material und der Produktion der Hardware.

Design aus dem 3D-Drucker

Entgegen der klassischen Fertigung solcher Panorama-Hardware mit CNC-Fräsern und –Bohrern aus Alu-Vollmaterial stammt dieser Kopf aus dem 3D-Drucker, wobei hier nicht jene Modelle gemeint sind, die man sich bereits ins Wohnzimmer stellen kann und mit denen man so etwas mal eben vom heimischen Notebook aus drucken kann, sondern professionelle Industriedienstleister, die in der Lage ist, auch Kleinserien wirtschaftlich zu produzieren, was sich beim MK PanoRing vor allem im relativ günstigen Preis äußert.

MK PanoringMK PanoringMK PanoringDas Material: Der Kopf besteht zum größten Teil aus dem Polyamid Nylon, das als mechanisch robust und schlagzäh seit Jahrzehnten bewährt ist und die nötige Formstabilität besitzt, um den Präzisionsansprüchen in der Panoramafotografie Rechnung zu tragen.

Gegenüber Alu hat dieses Nylon-Material auch den Vorteil, dass es um einiges leichter ist. Der MK PanoRing wiegt gerade mal 140 Gramm.

Einzig die Schraube, die den Ring um das Objektiv klemmt und der Rotator mit Lager und Rastung sind aus naheliegenden Gründen (Reibung und Verschleiß) aus Metall (hochwertiges Alu).

Nur für Fischaugen

Dieses Designprinzip eines Rings, bei dem der Panoramakopf nicht die Kamera hält, sondern nur das Objektiv umfasst, hat sich vorwiegend bei Fischaugen-Objektiven bewährt, weil hier für sphärische Panoraman eine (horizontale) Aufnahmereihe ausreicht. Dieser Konstruktion kommt zudem die relativ geringe Anzahl der Modelle auf dem Markt entgegen, denn der Ring muss zwingend maßgenau passend für das Objektiv-Gehäuse gefertigt werden. So lassen sich solche Köpfe noch in wirtschaftlich sinnvollen Stückzahlen produzieren.

Montage

Das meist übliche Konstruktionsprinzip eines Rings, dessen Innenprofil exakt dem Außenprofil des Objektiv-Tubus entspricht, wird auch beim MK PanoRing verwendet.

MK Panoring VerpackungMK Panoring LieferumfangAm Ring sollte bei der Montage die Einstellschraube weit geöffnet werden. Ich habe sie gleich ganz entfernt und nach dem Einpassen des Objektivs wieder eingesetzt und angezogen. Das sollte man gefühlvoll machen. Durch die große Kontaktfläche und die Passform sitzt das Objektiv bereits bombenfest, wenn man die Feststellschraube nur wenig anzieht.

Der Ring hat drei »Fenster«, durch die man auf die Entfernungsskala schauen kann und die hilfreich sind, wenn es darum geht, das Objektiv korrekt mit der Kamera auszurichten, denn es lässt sich im Prinzip frei darin drehen.

Für die Montage im Hochformat richtet man den Marker für die Entfernungsskala am Objektiv auf die kleine Pfeilspitze des Rings.

Gerade oder Slant?

MK Panoring mit KameraEs gibt zwei grundsätzliche Methoden, mit einem Fischauge sphärische Aufnahmen zu machen: Im Hochformat und um die optische Achse gekippt (»Slanted«).

Da bei gängigen Fischaugen im 8mm-Bereich (wie z.B. beim sehr verbreiteten Sigma) im Hochformat an einer APS-C-Kamera vier kleine schwarze Ecken vom Bildkreis übrig bleiben und an den Langseiten relativ viel und auf der kurzen Seite weniger vom Bildkreis fehlt, bekommt man in der Vertikalen keine 180° mehr zusammen. Es bleibt beim fertigen Panorama oben und unten ein Loch bestehen. Das Loch oben kann man schließen, in dem man die optische Achse nach oben neigt (in der Regel 5°-10°). Das Loch unten vergrößert sich dadurch natürlich, aber dort ist ja ohnehin das Stativ und der Panoramakopf zu sehen. Auch wenn das Loch oben im Zenit durch die Neigung geschlossen wird, treffen dort zum einen qualitativ nicht mehr optimale Bildbereiche von allen vier Bildern zusammen und zum anderen ist die Überlappung dort relativ knapp.

Fischaugenbild Slant ModusDeshalb ist man auf die Idee gekommen, das Fischauge zusammen mit der Kamera um etwa 30° um die optische Achse herum zu kippen. Dann steht die Bilddiagonale senkrecht. Da dann die schwarzen Ecken ja den kompletten Bildkreis von 180° begrenzen, geht der Blick in der Diagonalen tatsächlich von +90° im Zenit bis hinunter zu -90° am Fußpunkt (Nadir). Kippt man nun die Sichtachse noch etwas nach oben, so hat man im Zenit mehr Überlappung als bei der Montierung im Hochformat. Fast alle Hersteller haben für diese Neigung nach oben einen Wert von 7,5° vorgesehen, der erfahrungsgemäß am besten funktioniert. Resultat ist hier ein stets geschlossener Zenit und ein Loch am Boden von 15° Durchmesser. Dort ist dann je nach Konstruktion eines Rings noch mehr oder weniger vom Stativ und Panoramakopf zu sehen.

MK Panoring Montage HochformatMK Panoring Montage SlantedMK Panoring MontageWill man das Objektiv gekippt montieren, so kann man das entweder ebenfalls mit einem der Sichtfenster am Ring tun, in dem man die Entfernung auf 1 Meter einstellt und dann das ganz Objektiv dreht, bis die Entfernung von 0,17 cm knapp rechts vom Pfeil steht. Einfacher geht das noch, in dem man mit dem LiveView der Kamera eine senkrechte Linie (Türstock, Mast, Laterne etc.) geradeaus anvisiert und die Kamera einfach dreht, bis diese senkrechte Linie genau in der Bilddiagonale sitzt. Manche Kameras haben sogar ein Gitternetz mit einer Diagonalen im LiveView (z.B. Canon 5D MarkIII). Diese Einstellung muss nicht supergenau sein. Wichtig ist nur, dass die Senkrechte die schwarzen Bildecken schneidet, denn nur so haben wir im Bild einen Blickwinkel von 180°.

Alles fixieren

MK Panoring MontageDie Bedienungselemente, bei Fischaugen in der Regel der Fokus-Ring und der AF-/MF-Schalter sind bei Ring-Panoramaköpfen oft konstruktionsbedingt abgedeckt, was aber in der Regel keine Rolle spielt, denn die Entfernung wird ohnehin auf die Hyperfokaldistanz eingestellt. Gängig ist hier etwa 1 Meter, was bei Blende 8 eine Schärfentiefe von etwa 50cm bis unendlich ergibt. Die Blende wird in der Regel (wie auch hier beim Sigma 8mm) in der Kamera eingestellt, der Fokusring oft sogar mit einem Klebestreifen dauerhaft fixiert.

Ich selbst blockiere auch den Autofokus-Schalter mit einem kleinen Plastikstückchen und einem Klebestreifen darüber so, dass er immer auf manuell stehen muss. Das sichert das gesamte Setup gegen jede Fahlbedienung ab.

Minimaler Footprint

Mit einem  Durchmesser von gerade mal 32mm  hat der MK PanoRing nach unten eine sehr kleine Abschattung und deckt nur sehe wenig vom Blick nach unten in einem sphärischen Panorama ab.

PTGui ScreenshotPano2VR ScreenshotPano2VR Screenshot Footprint AngleDas verringert den späteren Retuscheaufwand für den Boden erheblich. Der Blick nach unten wird beim MK PanoRing tatsächlich vom Bildkreis begrenzt und nicht, wie oft bei anderen Equipment, von sichtbaren Teilen des Panoramakopfes. So bleibt beim Nadir auch wirklich nur ein ziemlich genau 15° großes quadratisches Loch übrig, (2 x 7,5°) das retuschiert werden muss. Der linke Screenshot aus Pano2VR zeigt genau dieses 15°-Quadrat.

Gitzo-Stativ Beine engDieser kleine »Footprint« lasst sich noch optimieren, indem man die Stativbeine nicht allzu weit spreizt bzw. vom normalen Ausstellwinkel ausgehen noch etwas zusammenrückt.

Ausgehend von diesem Konzept bietet MK Panorama ein solches Setup auch gleich fertig an. Es handelt sich um ein sehr leichtes, aber sehr stabiles und vibrationsarmes Eschenholzstativ (aus der Produktion von Wolf) . Es hat eine relativ lange Mittelsäule, die auf einer großen Nivellierkugel sitzt.

MK Panoring Stativ-Kit (Foto © MK Panorama)Durch die Mittelsäule sitzt der Panoramakopf so hoch über dem Stativ, dass die sichtbaren Teile des Stativs sehr knapp gehalten werden können.

Der Einsatz auf einem Einbein bietet sich ebenfalls wegen des kleinen Rotator-Durchmesser an.

MK Panoring LibelleHier hilft vor allem die feste eingebaute Libelle, die günstig in Blickrichtung links vom Ring sitzt. Das schätzen des Winkelabstandes von 90° ist relativ einfach mit einem Einbaine, vor allem, wenn man Muster am Boden hat (Fliesenfugen, Pflastersteine, Teppich o.ä.). Bei Outdoor-Aufnahmen keine große Übung, sich an der Sonne bzw. am Schattenwurf des Einbeinstativs zu orientieren.

Was für Einbeine gilt, kann man in der Regel auch auf den Einsatz von Hochstativen (»Poles«) übertragen. Der MK PanoRing ist hervorragend Pole-tauglich, weil er zum einen sehr leicht ist (bewegte Masse in größerer Höhe mit entsprechendem Hebelarm!) und zum anderen, weil der kleine Footprint trotz der großen Höhe keine allzu große Fläche am Boden abdeckt.

MK Panoring Setup HochstativMK Panoring Setup HochstativMK Panoring Setup Hochstativ

Hier sehen Sie das Panorama, das mit diesem Setup gemacht wurde (Klick ins Bild für interaktive Version):

MK Panoring Aufnahme mit Hochstativ

Viele Stative haben oben einen Teller für die Monate eines Kugelkopfes. Diese haben in der Regel mindestens 50 bis 60 mm im Durchmesser. Montiert man den MK PanoRing direkt auf einen solchen Teller, vergrößert sich die Abschattung nach unten natürlich. Bei manchen Stativen (z.B. bei einigen Modellen von Gitzo oder Benro) lässt sich der Teller allerdings abschrauben und man kann mit jeweils passenden Adaptern oder Schrauben den MK PanoRing direkt auf die Säule setzen.

Gitzo Mittelsäule m.kl. Schraube f. MK Panoring Gitzo Mittelsäule m.kl. Schraube f. MK PanoringMK Panoring auf PT4Pano MonoPodMK Panoring auf Nodal Ninja TravelPod

Dass man dann hier für das Nivellieren des Stativs keinen Kugelkopf hat und den Panoramakopf eigentlich nur über das Verlängern oder Verkürzen der Stativbeine nivellieren kann, ist bei sphärischen Panoramen kein allzu großer Nachteil, weil man jedes Panorama mit 360° x 180° nachträglich in der Stitching-Software exakt ausrichten kann (Das gilt aber nur für sphärische Panoramen!).

Bei der Montage auf die diversen Stative, egal, ob Hochstativ, Einbein- oder Dreibeinstativ, fällt auf, dass man bei dem kleinen Metallkörper des Rotators mit seinen nur 32 mm Durchmesser und vor allem seiner glatten Oberfläche mitunter Schwierigkeiten hat, den MK PanoRing gut genug am Stativ zu befestigen. Hier wäre es toll, wenn man entweder eine griffigere Oberfläche am Metallteil hätte oder gar ein Loch, in das man z.B. nur fürs Festziehen einen Schlüssel oder Dorn einstecken kann.

Da die Feststellschraube im Nylonkörper sitzt und verständlicherweise und wie es auch in der Anleitung steht, nicht allzu fest ziehen sollte, kann man für die Befestigung auf dem Stativ eigentlich nicht wirklich den ganzen Kopf dafür angreifen.

Sehr präzise

PTGui Screenshot OptimizerDa der MK PanoRing genau auf das Objektiv, seine optischen Eigenschaften und die Aufnahmegeometrie mit den 4 Shots rundherum hin konstruiert wurde, sitzt die Einstellung auf den No-Parallax-Point des Sigma 8mm natürlich wie eine Eins. Die (wie immer) gnadenlosen »Optimizer Results« bestätigen das:

Geeignet für Google Trusted Photographers

Auch wenn eine ofizielle Akkreditierung für das »Google Trusted Photographers«-Programm noch aussteht, erfüllt dieser Ring mit dem Sigma 8mm ƒ/3,5 die technischen und geometrischen Kriterien, die Google für seine sphärische Panoramen vorgibt.

GTP steht für die Produktion von Panoramen für den Google Business View, der hauptsächlich Indoor-Panoramen im Rahmen der Street View-Technologie in Google Maps einbindet. Da dieses Programm in Deutschland bereits seit einer Weile läuft (AT und CH fehlt derzeit noch), ist der MK PanoRing auf jeden Fall in diesem Zusammenhang eine interessante und auch preisgünstige Alternative zu den Setups, die Google empfiehlt bzw. zulässt.

Andere Fischaugen?

Ursprünglich nur für das sehr verbreitete Sigma 8mm angeboten, gibt es den MK PanoRing nun auch für weitere in Panoramafotografenkreisen beliebte Fischaugen wie das Samyang 7,5mm und das 8mm.

Fazit

Der MK PanoRing ist eine für seinen Zweck perfekt maßgeschneiderte Lösung, die die sozusagen »amtliche« Panoramalinse von Sigma mit einem Panoramakopf versieht, der sich einfach und nur sehr wenig fehleranfällig einsetzen lässt. Durch das sehr geringe Gewicht eignet sich der Ring sowohl für den Einsatz z.B. auf Wanderungen, wo man nicht viel mitschleppen will oder kann als auch auf dem Hochstativ (Pole), wo geringes Gewicht die Stand- und Windsicherheit erhöht.

Die Bodenabschattung (Footprint) ist eine der kleinsten in diesem Marktsegment und sorgt verlässlich für minimierten Retusche-Aufwand in der Nachbearbeitung. Hier ist ja jedes Grad weniger Abschattung eine Investition in zukünftig nicht mehr erforderliche Arbeit.

Während der rote Nylon-Teil meiner Meinung durch perfektes Design besticht, erscheint mir die etwas unzureichende Befestigung des Rotators per Hand  auf einem Stativ verbesserungswürdig. Da es sich um einen getrennten Bauteil handelt, kann der Hersteller hier vielleicht noch konstruktiv nachbessern.

Der Preis geht für ein solches Stück Spezialhardware vollkommen in Ordnung, vor allem wenn man daran denkt, dass der MK PanoRing konsequent darauf optimiert ist, die aufwändige Bodenretusche zu minimieren und damit die Kosten für diese meistens nicht unerhebliche Arbeitszeit zu drücken.

Websitehttp://www.marc-kairies.de/deutsch/mk-panoring/index.html        

Preis: 219,-- inkl. deutscher MwSt.

Gewicht: 140g


UPDATE [06.02.2015]:
Mittlerweile ist der MK PanoRing für das Google Trusted Photographer Programm zugelassen. Zudem gibt es inzwischen als sinnvolles Zubehör eine Verlängerung um 100mm, die man unter den Kopf geben kann, um die Abschattung Richtung Boden zu minimieren, wenn man den Kopf auf einen relativ breiten Stativteller montieren muss, der sich nicht (wie oben gezeigt) entfernen lässt.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Testfeld gegen automatisierten Spam. Kommentare werden vom Moderator freigeschaltet. Spam/Werbung wird gelöscht und nie angezeigt! – Checking for human visitors and spam bots. Comments are moderated. Spam/ads will be deleted and never shown to public!
Fill in the blank